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«Schweizerische Tierärztetage – DER Treffpunkt für alle Tierärztinnen und Tierärzte.»

13. Schweizerische Tierärztetage

Am 07. bis 08. Mai 2026 treffen sich Tierärztinnen und Tierärzte in Bern

Die Schweizerischen Tierärztetage bringen Tierärztinnen und Tierärzte aus allen Fachrichtungen zusammen.

Die camvet.ch ist auch in Bern wieder an beiden Tagen mit einem eigenen Track zu Themen aus der Neurologie präsent mit dem Motto «Schulmedizin trifft Komplementärmedizin».

Ganz im Sinne einer integrativen Medizin freuen wir uns sehr, dass der camvet.ch-Track zum ersten Mal durch ausgewiesene Spezialistinnen der Schulmedizin bereichert und vervollständigt wird. Epilepsie, Vestibularsyndrom, Demenz, Headshaking, IVDD und Kot- und Harninkontinenz werden zuerst anhand der neuesten Erkenntnisse aus der Schulmedizin aufgearbeitet. Im Anschluss folgen dann jeweils Vorträge mit komplementärmedizischen Ansätzen zur gleichen Erkrankung.

Donnerstag 07.05.2026

Schulmedizinische Neurologie
Erfreulicherweise konnten wir Frau Prof. Veronika Stein, Leiterin der Abteilung Neurologie der Vetsuisse-Fakultät Bern sowie die Oberassistentin Dr. Enrice Hünerfauth dazu gewinnen, die schulmedizinischen Referate zu übernehmen und damit einen soliden Einstieg zu Diagnostik und Therapie der vorgestellten neurologischen Erkrankungen zu geben.


Alexandra Nadig:

Die Phytotherapie behandelt Befindungsstörungen und Krankheiten mit pflanzlichen, definierten und standardisierten Wirkstoffen. Sie ist Teil der schulmedizinisch anerkannten Naturheilkunde und Basis aller Medizinsysteme und Ursprung der Pharmakologie.

In der Forschung wird heute Stück für Stück nachvollzogen, wie pflanzliche Wirkstoffe auf den Körper einwirken. Hierbei spielen Phytochemie, Phytopharmazie und Phytopharmakologie mit ihrer Dynamik, Kinetik und Toxikologie eine den synthetischen Pharmakotherapeutika gleichzusetzende Rolle.

In vielen Bereichen der Medizin finden pflanzliche Wirkstoffe ihren sinnvollen Einsatz. Sie können als Monotherapeutika ebenso Anwendung finden, wie als ergänzende Therapie zur synthetischen Pharmakotherapie. In diesen Referaten geht es um ihren Einsatz in der Neurologie.

Es wird besprochen, wie pflanzliche Stoffe, direkt oder indirekt, auf das Nervensystem einwirken können. In der Neurologie sind es vor allem die adjuvanten Therapieansätze der Phytotherapie, die ins Gewicht fallen. Dazu werden als Beispiele analgetische Effekte auf neuropathische Schmerzen und adjuvante Phytotherapie beim epileptiformen Symptomenkomplex gezeigt. Es werden außerdem phytotherapeutische Therapiemöglichkeiten für den geriatrischen Patienten mit kognitiven Dysfunktionen und Behandlungsmöglichkeiten des geriatrischen Vestibularsyndrom gezeigt.

Praxisnähe und Umsetzbarkeit stehen hierbei im Vordergrund, um den Patienten eine fachgerechte und sinnvolle phytotherapeutisch Begleittherapie anbieten zu können.


Karin Kalchofner:
Mit Nadeln gegen Anfälle-TCM bei Epilepsie: Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet ergänzende Therapieansätze zur Behandlung von Epilepsie. Insbesondere Akupunktur und chinesische Arzneimittel können helfen, die Anfallshäufigkeit und -intensität positiv zu beeinflussen. Der Beitrag stellt zugrunde liegende TCM-Pathomechanismen vor und beleuchtet die Integration der TCM in bestehende schulmedizinische Therapiekonzepte.


Karin Kalchofner:
Wenn alles schwankt - TCM Strategien beim Vestibularsyndrom
Vestibuläre Erkrankungen führen häufig zu akuten Gleichgewichtsstörungen, Kopfschiefhaltung und Nystagmus. Der Beitrag stellt komplementärmedizinische Behandlungsansätze vor, bei denen Akupunktur zur Unterstützung der neurologischen Stabilisierung eingesetzt wird. Ziel ist es, Symptome wie Schwindel und Übelkeit zu lindern. Die Möglichkeiten und Grenzen der Integration in schulmedizinische Therapiekonzepte werden diskutiert.


Karin Kalchofner:
Demenz beim Hund -TCM zur Unterstützung der Gehirnfunktion
Das kognitive Dysfunktionssyndrom beim Hund stellt eine zunehmende Herausforderung in der geriatrischen Tiermedizin dar. Der Beitrag beschreibt therapeutische Möglichkeiten mittels Akupunktur und chinesischen Kräutern zur Unterstützung der Gehirnfunktion. Im Fokus stehen Effekte auf Durchblutung, neuronale Regulation und Schlaf-Wach-Rhythmus. Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität geriatrischer Patienten.

Freitag 08.05.2026


Melanie Käfer-Karrer:

Headshaking – Neue Erkenntnisse zu Diagnose und Therapie
Headshaking ist eine neuropathische Erkrankung beim Pferd, die sich durch charakteristische Symptome wie Kopfschlagen, Zeichen nasaler Irritation und anderer Schmerzanzeichen äussert. Hierbei muss unterschieden werden zwischen der sekundären Form (sHS), wo eine zugrundeliegende Ursache identifiziert werden kann, und der idiopathischen Trigeminus-mediierten Form (TMHS). TMHS ist aktuell eine Ausschlussdiagnose, wobei zurzeit neue Methoden zur direkten Darstellung der Trigeminus-Funktion erforscht werden. Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Für TMHS existieren zurzeit verschiedene Therapieansätze mit variablem Erfolg, eine erfolgversprechende kausale Therapie ist bisher nicht bekannt.


Katrin Haas:
Osteopathische Behandlung von Headshaking auf Grund von Trigeminusneuralgie
Es werden die osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten von Headshaking beim Pferd vorgestellt und dabei vor allem auf die Trigeminusneuralgie eingegangen.


Karin Kalchofner:
Wenn das Pferd den Kopf schüttelt - TCM Strategien beim Headshaking Syndrom
Das Headshaking Syndrom beim Pferd ist eine komplexe Erkrankung, für die konventionelle Behandlungsoptionen häufig begrenzt sind. Der Beitrag stellt den ganzheitlichen Ansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin vor, bei dem das Krankheitsgeschehen im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus betrachtet wird. Klinische Erfahrungen und mögliche therapeutische Zielsetzungen werden erläutert.


Tamara Sieg:
Homöopathische Unterstützung beim geriatrischen Vestibularsyndrom

Das geriatrische Vestibularsyndrom gehört zu den häufigen neurologischen Herausforderungen in der Kleintierpraxis. In diesem Vortrag gibt Tamara Sieg einen praxisnahen Einblick in das homöopathische Vorgehen bei dieser Erkrankung.

Anhand ausgewählter klinischer Fallbeispiele werden relevante homöopathische Arzneimittel vorgestellt und das therapeutische Vorgehen strukturiert erläutert. Der Fokus liegt dabei auf der präzisen Erhebung und Bewertung individueller, charakteristischer Symptome, die für die erfolgreiche Arzneimittelwahl entscheidend sind.

Karin Kalchofner:
Wenn der Rücken streikt - Akupunktur bei IVDD
Der Beitrag beschreibt den Einsatz der Akupunktur als Bestandteil eines multimodalen Therapiekonzepts. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung sowie die Unterstützung neurologischer Funktionen. Geeignete Behandlungsstrategien werden abhängig vom klinischen Erscheinungsbild vorgestellt.


Katrin Haas:
Behandlung einer Diskushernie mittels Osteopathie
Intervertebral Disc Disease (IVDD) ist eine häufige Ursache für Schmerzen und neurologische Defizite, insbesondere beim Hund. Der Beitrag beschreibt den Einsatz der Akupunktur als Bestandteil eines multimodalen Therapiekonzepts. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung sowie die Unterstützung neurologischer Funktionen. Geeignete Behandlungsstrategien werden abhängig vom klinischen Erscheinungsbild vorgestellt.


Katrin Haas:
Osteopathie bei Kotinkontinenz
In diesem Vortrag wird die osteopathische Herangehensweise und Therapie bei Fäkalinkontinenz anhand eines klinischen Falles (geriatrischen Hundes) erläutert

 

Organisation der Schweizerischen Tierärztetage STT

Der Verein Schweizerische Tierärztetage VSTT organisiert den jährlich stattfindenden Kongress. Der Verein besteht aus den Sektionen STVV, SVK, SVPM, SVSM, SVW, camvet.ch, GST sowie der SVVLD. Entgegen dem Trend, immer spezialisiertere Weiterbildung für die einzelnen Tierarten oder Wissensgebiete anzubieten, bringt der VSTT einmal im Jahr alle Fachrichtungen unter einem Dach zum gleichen Termin zusammen.